Ein schwerer Weg mit Happy End

Hallo, meine Name ist Laila. Ich lebe in Füllinsdorf (CH) und arbeite in Basel. Ich komme aus Südspanien, meine Haarfarbe ist dunkelblond. Ich habe im Juli 2017 meine Lehre als Coiffeuse erfolgreich bestanden, dies aber leider nicht problemlos.
Die Schwierigkeiten fingen Mitte meines ersten Lehrjahrs an, als ich mich entschloss, zum ersten Mal in meinem Leben meine Haare zu färben, was davor nie ein Thema für mich gewesen war. Von da an habe ich alle fünf Wochen meinen Ansatz gefärbt. Zu Anfang des zweiten Lehrjahrs (Oktober 2016) fing die Farbe plötzlich an, auf meiner Kopfhaut zu brennen.

Ich machte mir kein großes Ding daraus, da ich mir nichts dabei dachte. Fünf Wochen später war wieder mein Ansatz fällig. Eine Arbeitskollegin mischte wie gewohnt die Farbe und trug sie auf. Dieses Mal brannte es von Anfang an. Ich wollte nicht eine komische Farbe am Ansatz riskieren, also habe ich die Feuerpaste (so fühlte es sich zumindest an) daraufgelassen.

Feuerpaste und gereizte Kopfhaut

Nach den üblichen 30 Minuten hat sie mir die Farbe ausgespült. Sofort war die gereizte Kopfhaut sichtbar. Bei näherem Hinsehen bemerkten wir Wundwasserbläschen am ganzen Hinterkopf und an den Konturen.
Wir gaben die „Sensitive Lotion“ darauf und konnten meine Haare wegen der Kopfhaut nicht einmal föhnen. Am nächsten Morgen hatten sich Eiterbläschen gebildet. Ich musste zum Arzt gehen, der mir Rezepte für eine Kortisonsalbe und Schmerzmittel austellte und mich zwei Tage krankschrieb.
Von da an hörte ich auf zu färben. Dennoch fingen meine Hände im März 2017 an zu jucken. Ich begann bei allen Haarpflegearbeiten Handschuhe zu tragen, selbst beim Shampoonieren. Der Juckreiz wurde trotzdem immer stärker. Dann bildete sich etwas wie Körner unter meiner Haut, die nach einer Weile aufplatzten. Meine Finger und Handflächen bekamen Risse, und ich ging wieder zum Arzt. Erneut verschrieb er mir Kortisonsalbe. Die half auch, aber nur solange sie zum Einsatz kam. Setzte ich die Salbe ab, traten die Probleme wieder auf. Das Ganze wurde so schmerzhaft, dass ich meine Nachtcreme mit der Kortisonsalbe ersetzte. Mir war aber klar, dass das auf die Dauer nicht helfen würde.

Was mute ich mir und meinen Kunden zu?

Zu dieser Zeit stellte ich mir zum ersten Mal die Frage: Wenn die Farbe bei mir so etwas anrichtet, wieso mute ich es dann den Kunden zu?
Sogar noch etwas früher, im Februar 2017, fing zu allem Überfluss ein penetranter Husten an, der sich nicht durch Tee und Hustenbonbons einschüchtern ließ. Der nächste Arztbesuch war fällig. Es stellte sich heraus, dass ich Asthma bekommen hatte, ausgelöst von den Farbpigmenten, die in allen Farben, Tönungen, Schaumtönungen etc. vorhanden sind.

Ich litt also an beiden typischen Krankheiten im Coiffeurgewerbe, Friseur-Ekzem und Friseur-Asthma. Damit war klar: Ich würde Naturcoiffeuse werden. Auf meinen Traumberuf zu verzichten und mich umschulen zu lassen war keine Option.

Das umzusetzen stellte sich allerdings als gar nicht so einfach heraus, denn auf der Suche nach einer Arbeitsstelle musste ich zur Kenntnis nehmen, dass es im Umkreis von 25 km nur zwei Natursalons gab. Ich fand also entweder eine Stelle bei einem der beiden in Basel oder wäre zum Umzug nach Zürich gezwungen gewesen, wollte ich nicht einen täglichen Arbeitsweg von dreieinhalb Stunden in Kauf nehmen, für den ein Jahreszugticket um 3.400 Franken fällig geworden wäre.
Zu meinem Glück entschied sich Almut Reich, mir in ihrem Salon eine Chance zu geben, sodass ich heute in Basel arbeiten kann.

Es sind erst zwei Monate, in denen ich mit 100 Prozent reinen Pflanzenhaarfarben und 100 Prozent reinen Naturpflegeprodukten arbeite. Jegliches Kortison habe ich abgesetzt, weil ich es nicht mehr brauche: Ich bin seit zwei Monaten beschwerdefrei. Keine Allergien, kein Kontaktexzem, kein Asthma.

Ich möchte alle, denen es ähnlich geht wie mir, ermutigen: Ihr müsst euren Traumjob nicht aufgeben, denn ihr könnt den Weg der Naturcoiffeuse gehen.

Laila