Berufskrankheit – Muss das sein?

Meine Geschichte: 

Mein Name ist Doris Harings, ich bin seit 40 Jahren im Friseurberuf tätig, habe jedoch seit dem Jahr 2007 ein rein biologisch geführtes Friseurgeschäft. 

Schon zu Beginn meiner Ausbildung zur Friseurin im Jahre 1978, hatte ich Probleme mit den Händen, da eine vermehrte Warzenbildung an den Händen vorkam. Im Laufe der Jahre kamen vermehrt Atemwegserkrankungen hinzu. Häufige Infektanfälligkeiten und Rachenkatarrh führten bei mir zu einer allgemeinen Abschwächung meines Wohlbefindens. Eine Besserung trat nur zu Urlaubszeiten ein. 

Im Jahr 2006 habe ich meine Weiterbildung zur Naturfriseurin begonnen und bin seit dem Jahr 2007 als biologisch arbeitende Friseurin tätig. Mein allgemeines Wohlbefinden hat sich sehr stark durch die Umstellung auf die biologische Arbeitsweise und zusätzlich die Umstellung auf eine Vitalstoffreiche Vollwertkost verbessert. 

Jedoch wurde im Jahr 2013 bei mir ein gutartiges Blasenpapillom festgestellt. Die Oberärztin, die mich operierte, riet mir dazu, den Befund der Berufsgenossenschaft zu melden. Sie selber meldete es auch der BGHW. Blasenpapillome sind unter der Nummer 1301 als Berufskrankheit aufgelistet. Mittlerweile hatte ich, obwohl ich schon 12 Jahre chemiefrei arbeitete, im September 2018 eine weitere OP, der Befund war ein Blasen Carzinom. Ich wurde wieder operiert und aus diesem Grund entschloss ich mich zu einer Reha Maßnahme. 

Bis heute weigert sich die BGHW meine Krankheiten als Berufskrankheit anzuerkennen. Im Friseurberuf sind es unter anderem die „aromatischen Amine“, die zu den Berufskrankheiten führen können. Laut BGHW und den vom Gericht bestellten ersten Gutachter, wäre ich zu jung gewesen und zu kurz im Beruf, da es eine 10 Jährige Kausalität benötigt, um mit den aromatischen Aminen eine Berufskrankheit zu erlangen. Und diese wären Ende der 80 Jahre vom Markt genommen worden. Meine Ausbildung begann im Jahr 1978. Mittlerweile sind viele weitere Friseure krebserkrankt, einige sind bereits verstorben! 

Trotz vielfacher Beweise, dass die krebserregenden Amine bis heute noch in jedem chemischen Haarfärbemittel vorhanden sind, ist es unheimlich schwer, zum Recht zu kommen. 

Mein Anwalt sagte mir: „Frau Harings, es geht gar nicht mehr um Sie, sondern um den Präzedenzfall, an dem sich dann die vielen anderen berufskranken Friseure anhängen könnten“. Es sind u.a. die Machenschaften der Industrie die dahinter stecken“. 

Meine Krankenkasse habe ich um Mithilfe angefragt, leider vergeblich. Die Kosten für das Landessozialgericht und dem § 109 Gutachten, durch den zweiten Gutachter, musste ich selber vorfinanzieren. 

Ich hätte für Sie interessante Gesprächspartner: Herr Willi Luger aus Ernstbrunn in Österreich, Frau Susanne Kehrbusch aus Kevelar, der zweite Gutachter Herr Dr. Müsch aus Düsseldorf. 

Doris Harings, Leichlingen, den 15.02.2019 

Telefon: +49 (0) 8252 – 9091799
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